Alarmierende Betrugswelle im Online-Handel: Wie sicher sind Ihre Einkäufe?

Redaktion

27. Januar 2026

Ein Schock für Österreichs Online-Shops: Betrugswelle im E-Commerce

Am 27. Januar 2026 veröffentlichte die CRIF GmbH eine alarmierende Studie, die zeigt, dass 64 Prozent der österreichischen Online-Shops bereits Opfer von Betrug geworden sind. Diese erschreckenden Zahlen werfen ein Schlaglicht auf die Gefahren, denen der E-Commerce-Sektor ausgesetzt ist und rufen dringenden Handlungsbedarf hervor.

Die häufigsten Betrugsmaschen: Was steckt dahinter?

Der Bericht zeigt, dass das Bestreiten des Warenerhalts mit 51 Prozent die häufigste Betrugsform ist. Diese Methode, bei der Kunden behaupten, sie hätten die bestellte Ware nie erhalten, ist besonders perfide, da sie das Vertrauen zwischen Händler und Kunde untergräbt. Gefälschte Namens- und Adressdaten, die von 49 Prozent der Unternehmen als Problem genannt werden, zeigen, wie leicht es für Betrüger ist, die Identität anderer zu missbrauchen. Identitätsbetrug, bei dem sich Betrüger als reale Personen ausgeben, betrifft 43 Prozent der Shops.

Diese Betrugsformen sind nicht nur in Österreich ein Problem. Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern berichten Händler von ähnlichen Herausforderungen. Die Digitalisierung, die eigentlich den Handel erleichtern sollte, hat gleichzeitig neue Möglichkeiten für kriminelle Machenschaften geschaffen.

Die historischen Wurzeln des Online-Betrugs

Online-Betrug ist kein neues Phänomen. Seit den frühen Tagen des Internets haben Kriminelle versucht, Schwachstellen auszunutzen. In den 1990er Jahren waren es vor allem Phishing-Angriffe und Kreditkartenbetrug, die den Online-Handel bedrohten. Mit der Weiterentwicklung der Technologie haben sich auch die Methoden der Betrüger verfeinert, was zu einem ständigen Katz-und-Maus-Spiel zwischen Händlern und Kriminellen geführt hat.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen: Ein teurer Spaß

Laut der Studie von CRIF beziffern 62 Prozent der befragten Unternehmen ihre jährlichen Verluste durch Betrug auf unter 5.000 Euro, während 22 Prozent Verluste zwischen 5.000 und 10.000 Euro melden. Besonders besorgniserregend ist, dass zehn Prozent der Shops Schäden von bis zu 100.000 Euro pro Jahr erleiden. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Betrug im E-Commerce weit mehr ist als nur ein Randphänomen.

Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, betont die Notwendigkeit von Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen. Er warnt: „Teuer wird es, wenn man nicht investiert.“ Diese Aussage unterstreicht die dringende Notwendigkeit, dass Unternehmen ihre Sicherheitsstrategien überdenken und anpassen müssen, um ihre Existenz zu sichern.

Vergleich mit anderen Bundesländern und Ländern

Während Österreich eine hohe Betrugsrate im E-Commerce verzeichnet, ist das Problem in anderen Ländern nicht minder präsent. In Deutschland beispielsweise berichten 60 Prozent der Online-Händler von ähnlichen Betrugsversuchen. In den USA sind die Zahlen sogar noch höher, was die globale Dimension dieses Problems verdeutlicht.

Die Rolle der Technologie: Fluch oder Segen?

Die fortschreitende Digitalisierung bietet sowohl Chancen als auch Risiken. Künstliche Intelligenz und automatisierte Systeme, die eigentlich zur Betrugsprävention eingesetzt werden sollen, können von Kriminellen ebenfalls genutzt werden, um ihre Methoden zu verfeinern. Anca Eisner-Schwarz von CRIF Österreich erklärt: „Künstliche Intelligenz und synthetische Identitäten werden die Betrugsaktivitäten künftig zusätzlich verschärfen.“

Um sich effektiv zu schützen, setzen immer mehr Händler auf eine Kombination aus manuellen und automatisierten Verfahren. 50 Prozent der österreichischen Online-Shops haben bereits Maßnahmen zur Betrugserkennung implementiert, während 17 Prozent planen, dies in naher Zukunft zu tun. Diese Entwicklungen zeigen, dass der technologische Fortschritt sowohl als Werkzeug zur Bekämpfung als auch zur Durchführung von Betrug eingesetzt werden kann.

Was können Verbraucher tun?

Auch Verbraucher sind gefordert, sich zu schützen. Experten raten, beim Online-Shopping auf Gütesiegel wie das Trustmark Austria zu achten, die für Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit stehen. Diese Siegel bieten eine wichtige Orientierungshilfe und helfen, seriöse Anbieter zu identifizieren.

  • Verwenden Sie sichere Zahlungsmethoden.
  • Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge.
  • Nutzen Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung, wo immer möglich.

Ein Ausblick in die Zukunft: Wie könnte es weitergehen?

Die Zukunft des E-Commerce wird maßgeblich von der Fähigkeit der Händler abhängen, sich an die sich ständig ändernden Bedrohungen anzupassen. Experten prognostizieren, dass die Bedeutung von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen in der Betrugsprävention weiter zunehmen wird. Gleichzeitig müssen Regierungen und Organisationen weltweit zusammenarbeiten, um gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die sowohl den Schutz der Verbraucher als auch der Händler gewährleisten.

Die nächsten Jahre werden entscheidend sein, um die Weichen für einen sicheren und vertrauenswürdigen Online-Handel zu stellen. Nur durch gemeinsame Anstrengungen von Händlern, Verbrauchern und Regierungen kann das Vertrauen in den E-Commerce nachhaltig gestärkt werden.

Fazit: Ein Weckruf für die E-Commerce-Branche

Die Studie von CRIF ist ein eindringlicher Weckruf für die E-Commerce-Branche in Österreich und darüber hinaus. Die hohen Betrugsraten zeigen, dass es nicht ausreicht, sich auf bestehende Sicherheitsmaßnahmen zu verlassen. Vielmehr ist es notwendig, kontinuierlich in neue Technologien und Strategien zu investieren, um der Kreativität der Betrüger stets einen Schritt voraus zu sein.

Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Branche in der Lage ist, diesen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen. Eines ist jedoch sicher: Die Sicherheit im Online-Handel ist heute wichtiger denn je.

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