WWF-Alarm: Explosive Proteste gegen Kaunertal-Kraftwerk!

Redaktion

18. Februar 2026

WWF schlägt Alarm: Gefährlicher Kraftwerksausbau im Kaunertal

In einer dramatischen Aktion am 18. Februar 2026 hat der WWF Österreich mit einem beeindruckenden 20 Meter langen Banner am Landhausplatz in Innsbruck gegen den geplanten Ausbau des Kaunertal-Kraftwerks protestiert. Unter dem Motto „Achtung Gefahr“ fordert die Umweltorganisation, dass das Projekt umgehend gestoppt wird. Im Zentrum der Kritik stehen grobe Sicherheitsmängel und die Missachtung von Naturgefahren, die durch die Klimakrise noch verschärft werden.

Die Risiken des Kaunertal-Projekts

Das Kaunertal-Projekt der Tiwag, der Tiroler Wasserkraft AG, sieht den Bau eines 120 Meter hohen Staudamms im bislang unberührten Platzertal vor. Dieses Vorhaben ist nicht nur wegen seiner Größe umstritten, sondern auch wegen der geplanten Ableitung von 80 Prozent des Wassers aus dem Ötztal, einem der trockensten Täler Tirols. Diese Wasserumleitung könnte gravierende ökologische und soziale Folgen für die Region haben.

Experten warnen, dass das Auftauen von Permafrostböden und der fortschreitende Gletscherrückgang zu Hanginstabilitäten, Felsstürzen und anderen Naturgefahren führen können. „Wer unter diesen Bedingungen milliardenschwere Infrastruktur über mehrere Täler plant, muss alle Risiken lückenlos prüfen und offenlegen. Alles andere ist fahrlässig“, betont Marlis Knapp, Kampagnensprecherin des WWF.

Historische Parallelen und regionale Vergleiche

Der Ausbau des Kaunertal-Kraftwerks erinnert an andere umstrittene Infrastrukturprojekte in Österreich, wie den Ausbau des Speicherkraftwerks Kühtai. Auch dort gab es massive Proteste von Umweltschützern, die auf die Zerstörung unberührter Naturlandschaften und die Gefährdung der lokalen Fauna und Flora hinwiesen.

Im Vergleich zu anderen Bundesländern zeigt sich, dass Tirol aufgrund seiner alpinen Geografie besonders anfällig für die Auswirkungen der Klimakrise ist. Der Gletscherrückgang ist hier besonders stark ausgeprägt, was die Stabilität der Berglandschaften beeinträchtigt und die Risiken für Infrastrukturprojekte erhöht.

Die wirtschaftlichen Interessen der Tiwag

Die Tiwag verfolgt mit dem Ausbauprojekt primär das Ziel, ihre Profite im internationalen Stromhandel zu steigern. Die geplante Infrastruktur würde es ermöglichen, überschüssigen Strom zu speichern und bei Bedarf ins Netz einzuspeisen. Dies könnte zwar wirtschaftliche Vorteile bringen, doch die damit verbundenen ökologischen und sozialen Kosten sind erheblich.

„Die Sicherheit der Bevölkerung muss oberste Priorität haben“, fordert Marlis Knapp. Sie appelliert an den Landeshauptmann und Tiwag-Eigentümervertreter Anton Mattle, unabhängige Untersuchungen zu Permafrost, Gletscherrückgang und deren Folgen zu beauftragen. Zudem sollten naturverträgliche Alternativen zum Kaunertal-Ausbau, wie sie bereits für das Kühtai vorgeschlagen wurden, ernsthaft in Betracht gezogen werden.

Konkrete Auswirkungen auf die Bevölkerung

Für die Bewohner der betroffenen Regionen bedeutet der Ausbau des Kaunertal-Kraftwerks eine potenzielle Gefahr für ihre Sicherheit und Lebensqualität. Der massive Eingriff in die Natur könnte langfristige Folgen für die Wasserversorgung und den Tourismus haben, der in Tirol eine wesentliche Einkommensquelle darstellt.

„Die Menschen hier leben von und mit der Natur. Ein solcher Eingriff könnte das empfindliche Gleichgewicht stören und die Grundlage für den Tourismus und die Landwirtschaft zerstören“, warnt ein lokaler Umweltaktivist. Auch die psychologischen Auswirkungen sind nicht zu unterschätzen: Die ständige Bedrohung durch mögliche Naturkatastrophen kann das Sicherheitsgefühl der Anwohner nachhaltig beeinträchtigen.

Expertenmeinungen und politische Zusammenhänge

Umweltökonomen und Geologen sind sich einig, dass eine umfassende Risikobewertung zwingend notwendig ist, bevor ein solcher Ausbau realisiert werden kann. „Die Politik darf sich nicht von kurzfristigen Profitinteressen leiten lassen, sondern muss das Wohl der Bevölkerung und der Umwelt in den Vordergrund stellen“, erklärt Dr. Herbert Steiner, ein renommierter Geologe.

Politisch ist das Projekt ein heißes Eisen. Die Tiroler Landesregierung steht unter Druck, sowohl wirtschaftliche Interessen zu fördern als auch den wachsenden Protesten der Umweltbewegung Gehör zu schenken. Der Landeshauptmann befindet sich in einem Dilemma zwischen wirtschaftlichem Fortschritt und ökologischer Verantwortung.

Ein Blick in die Zukunft: Was könnte passieren?

Die Zukunft des Kaunertal-Projekts hängt stark von den politischen Entscheidungen der nächsten Monate ab. Sollte das Projekt gestoppt werden, könnten alternative, umweltfreundlichere Lösungen erarbeitet werden, die den Bedürfnissen der Region besser gerecht werden. Gelingt dies nicht, droht eine weitere Zuspitzung der Konflikte zwischen Wirtschaft und Umwelt.

„Wir brauchen einen Paradigmenwechsel in der Energiepolitik, der den Schutz der natürlichen Ressourcen und die nachhaltige Nutzung der Energiequellen in den Mittelpunkt stellt“, fordert der WWF. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob Tirol ein Vorbild im nachhaltigen Umgang mit seinen natürlichen Ressourcen wird oder ob kurzfristige wirtschaftliche Interessen überwiegen.

Fazit: Ein Projekt mit Sprengkraft

Der Protest des WWF gegen den Ausbau des Kaunertal-Kraftwerks ist mehr als nur eine symbolische Aktion. Er steht stellvertretend für den Kampf zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Schutz unserer Umwelt. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob die Politik bereit ist, auf die Bedenken der Wissenschaft und der Bevölkerung zu hören und einen Kurswechsel in der Energiepolitik einzuleiten.

Für die Menschen in Tirol und ganz Österreich steht viel auf dem Spiel. Die Entscheidung über das Kaunertal-Projekt könnte ein Präzedenzfall für zukünftige Infrastrukturprojekte werden – mit weitreichenden Konsequenzen für Mensch und Natur.

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