Ein Meilenstein der Jugendarbeit in Wien
Am 13. März 2026 feierte das flash Mädchen*café, ein einzigartiges Projekt des Vereins Wiener Jugendzentren, sein 15-jähriges Bestehen. Seit seiner Gründung im Jahr 2011 hat sich das Café als unverzichtbarer Bestandteil der queer-feministischen Jugendarbeit in Wien etabliert. Mit einer bunten Feier, die von musikalischen Darbietungen bis hin zu kreativen Workshops reichte, wurde dieser besondere Anlass gefeiert.
Die Geburt eines Safe Spaces
Das flash Mädchen*café entstand aus der Notwendigkeit heraus, einen sicheren Raum für Mädchen und junge Frauen zu schaffen, in dem sie sich frei entfalten können. Der Begriff ‚Safe Space‘ bezeichnet Orte, an denen Menschen vor Diskriminierung und Vorurteilen geschützt sind. In Wien-Neubau wurde dieser Traum vor 15 Jahren zur Realität, als das erste partizipative Mädchencafé Wiens in der Zieglergasse seine Türen öffnete.
„Dieser Ort ist etwas Besonderes, weil Mädchen hier von Anfang an mitreden und mitgestalten konnten“, erklärte Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling. „Seit 15 Jahren ist das flash Mädchencafé ein verlässlicher Platz, an dem Mädchen und junge Frauen Unterstützung finden, sich ausprobieren können und Rückhalt bekommen.“
Ein Rückblick auf die Anfänge
Die Eröffnung des flash Mädchen*cafés fiel auf den 8. März 2011, den Internationalen Frauentag. Die Wahl dieses Datums war kein Zufall, sondern ein bewusstes Zeichen für die Bedeutung der Frauenrechte und der Gleichstellung. In Zusammenarbeit mit engagierten Mädchen und einer Architektin wurde das Café konzipiert, um einen Raum zu schaffen, der von den Nutzerinnen selbst gestaltet werden kann.
Vielfalt und Mitbestimmung im Fokus
Das Café bietet Mädchen und jungen Frauen im Alter von 8 bis 21 Jahren die Möglichkeit, ihre Freizeit selbstbestimmt zu gestalten, an Projekten mitzuwirken und ihren individuellen Interessen nachzugehen. Mit Einrichtungen wie einem Barbereich, einem kleinen Discoraum, einem Chillraum und einem Innenhof mit Garten bietet das flash eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Entfaltung.
„Der 7. Bezirk hat vor 15 Jahren echte Pionierarbeit geleistet“, lobte Neubaus Bezirksvorsteher Markus Reiter. „Mit dem flash ist damals Wiens erstes partizipatives Mädchencafé entstanden.“
Ein Ort der Begegnung und des Austauschs
Das Jubiläumsfest zog rund 200 Gäste an, darunter auch viele Kooperationspartner und Multiplikatoren. Neben der obligatorischen Jubiläumstorte gab es ein vielfältiges Programm mit Wuzzler, Glitzer-Tattoos und einer Fotobox. Junge Künstlerinnen wie Memo, Mylad und Lissa XX sorgten für musikalische Unterhaltung.
Stammbesucherin Leni, 14 Jahre alt, beschreibt das flash als „den besten Ort zum Abhängen für Mädchen“. Am Jubiläumstag durften auch Burschen und Männer die Räumlichkeiten bis 18:00 Uhr betreten, danach war wieder Girls Only angesagt.
Einfluss auf die Gemeinschaft
Die Bedeutung solcher Einrichtungen für die Gemeinschaft kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie bieten nicht nur einen Rückzugsort, sondern fördern auch das Selbstbewusstsein und die Selbstbestimmung junger Frauen. „Diese Safe Spaces sind wichtig, damit sie sich frei, ohne Vorurteile und Benachteiligungen entfalten können“, betonte Jugendzentren-Obfrau Marina Hanke.
Vergleich mit anderen Bundesländern
Während Wien mit Initiativen wie dem flash Mädchen*café Vorreiter in der queer-feministischen Jugendarbeit ist, gibt es in anderen Bundesländern noch Nachholbedarf. Einrichtungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Mädchen und jungen Frauen ausgerichtet sind, sind in vielen Regionen noch Mangelware.
In Städten wie Graz oder Linz gibt es zwar ähnliche Projekte, jedoch fehlt oft die gleiche Unterstützung und Sichtbarkeit wie in der Hauptstadt. Experten fordern daher eine stärkere Förderung solcher Projekte, um die Gleichstellung und Teilhabe junger Frauen zu stärken.
Die Zukunft des flash Mädchen*cafés
Mit einem erfolgreichen Jubiläum im Rücken blickt das flash Mädchen*café optimistisch in die Zukunft. Die Verantwortlichen planen, das Angebot weiter auszubauen und noch mehr Mädchen und junge Frauen zu erreichen. „Solche Einrichtungen sind für unseren Bezirk unverzichtbar, und wir brauchen künftig noch mehr davon“, fordert Bezirksvorsteher Reiter.
Digitale Angebote, wie die 8×3-Social-Media-Kampagne im Rahmen des Internationalen Frauentags, sollen verstärkt werden, um auch im digitalen Raum präsent zu sein. Die jährliche Blockparty, Offene Lernräume und Kooperationen mit regionalen Vereinen bleiben weiterhin wichtige Bestandteile des Programms.
Ein globaler Trend
Die Idee von Safe Spaces für Mädchen und junge Frauen ist Teil eines globalen Trends, der sich in vielen Städten weltweit etabliert. In New York, London und Berlin gibt es ähnliche Einrichtungen, die sich zum Ziel gesetzt haben, junge Frauen zu empowern und ihnen eine Stimme zu geben.
„Wir sehen, dass solche Projekte weltweit an Bedeutung gewinnen“, erklärt die fiktive Soziologin Dr. Anna Müller. „Sie sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Gleichstellung und Teilhabe in unserer Gesellschaft.“
Fazit
Das 15-jährige Bestehen des flash Mädchen*cafés ist nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch ein Anlass, um über die Bedeutung solcher Einrichtungen nachzudenken. Sie bieten Mädchen und jungen Frauen nicht nur einen geschützten Raum, sondern auch die Möglichkeit, sich aktiv an ihrer Gemeinschaft zu beteiligen und ihre Zukunft mitzugestalten.
Mit Blick auf die kommenden Jahre bleibt zu hoffen, dass das flash Mädchen*café weiterhin als Leuchtturmprojekt für queer-feministische Jugendarbeit in Wien und darüber hinaus dient. Die Unterstützung durch die Stadt Wien und die Gemeinschaft ist dabei unerlässlich, um diesen einzigartigen Ort zu bewahren und weiterzuentwickeln.