Ein Fest, das in Erinnerung bleibt
Am 30. Mai 2026 war es soweit: Der Yppenplatz in Ottakring verwandelte sich in eine bunte Bühne voller Leben und Kreativität. Der Anlass? Das 30-jährige Bestehen von ‚Back on Stage 16/17‘, einer Institution, die seit Jahrzehnten die Jugendarbeit in den Wiener Bezirken Ottakring und Hernals prägt. Unter dem strahlenden Frühlingshimmel wurde ein Straßenkunstfest gefeiert, das seinesgleichen sucht. Die Veranstaltung, die jährlich stattfindet, zog diesmal noch mehr Besucher an, um dieses besondere Jubiläum zu ehren.
Die Geschichte von ‚Back on Stage 16/17‘
Seit drei Jahrzehnten ist die Einrichtung ein unverzichtbarer Bestandteil der Wiener Jugendkultur. Gegründet wurde ‚Back on Stage 16/17‘, oft liebevoll BoS16/17 genannt, um jungen Menschen eine Anlaufstelle zu bieten, die weit über die klassischen Angebote hinausgeht. Mit einem engagierten Team von Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeitern werden vielfältige Aktivitäten und Programme angeboten, die sowohl im öffentlichen Raum als auch in den eigenen Räumlichkeiten stattfinden.
Die Jugendzentren in Wien haben eine lange Tradition, die bis in die 1970er Jahre zurückreicht. Damals begann man, gezielt Räume für Jugendliche zu schaffen, um ihnen eine sinnvolle Freizeitgestaltung und Unterstützung in persönlichen Belangen zu bieten. Im Laufe der Jahre haben sich die Angebote stetig weiterentwickelt und an die Bedürfnisse der Jugend angepasst.
Ein Blick hinter die Kulissen
Die Einrichtung in der Hernalser Hauptstraße bietet auf 250 Quadratmetern alles, was das Herz begehrt: Beratungsräume, eine Küche für gemeinsame Kochaktionen, einen Gaming-Room und sogar ein professionelles Tonstudio. Hier können Jugendliche ihre Talente entdecken und entwickeln, sei es im Bereich Musik, Video oder Tanz.
Ufuk, ein 28-jähriger ehemaliger Besucher, erinnert sich: ‚Die Jugendarbeiter*innen haben Talente in uns gesehen, bevor wir sie selbst sehen konnten. Durch sie habe ich gelernt, dass aus einem Jungen von der Straße jemand werden kann, weil sie niemals aufgehört haben an uns zu glauben.‘ Diese persönlichen Erfolgsgeschichten sind es, die die Arbeit von BoS16/17 so wertvoll machen.
Ein Fest der Vielfalt
Das Jubiläumsfest bot ein buntes Programm, das keine Wünsche offen ließ. Auf den Sportplätzen am Yppenplatz fanden Fußball- und Basketballturniere statt, die sowohl Teilnehmer als auch Zuschauer in ihren Bann zogen. Für das leibliche Wohl sorgte ein Sportbuffet, das keine Wünsche offen ließ.
- Entspannung im ‚Mobilen Wohnzimmer‘, wo Brownies und alte Fotoalben auf die Besucher warteten.
- Kreatives Austoben an der Graffiti-Wand, wo unter Anleitung eines Künstlers gesprayt wurde.
- Musikalische Highlights auf der Bühne, mit Auftritten junger Talente, die im BoS16/17 Tonstudio ihre ersten Schritte in der Musikwelt gemacht haben.
Besonders beeindruckend war der Auftritt der Rapperin Sara alias Meduzza, die durch die Unterstützung von BoS16/17 ihre Leidenschaft für die Musik entdeckt hat. ‚Back on Stage war ein Wendepunkt in meinem Leben. Durch die Unterstützung habe ich eine Vision und ein Ziel gefunden, wofür ich nicht nur brenne, sondern alles hineininvestiere‘, so Sara.
Politische Unterstützung und Anerkennung
Auch die Politik ließ es sich nicht nehmen, ihre Anerkennung auszudrücken. Vizebürgermeisterin und Jugendstadträtin Bettina Emmerling lobte die Arbeit der Jugendarbeiter*innen: ‚Ich finde es großartig, dass wir auch im Bereich der Mobilen Jugendarbeit in Wien so gut aufgestellt sind und vor allem schon so eine lange Tradition haben. Die Jugendarbeiter*innen sind dort unterwegs, wo junge Menschen sich gerne aufhalten, und bieten ihnen damit eine weitere niederschwellige Anlaufstelle für ihre Themen.‘
Auch Jugendzentren-Obfrau Marina Hanke war begeistert: ‚Es freut mich sehr, dass das Jubiläum in diesem großen Rahmen gefeiert werden konnte. Die Jugendlichen brauchen diese Anlaufstellen und Bezugspersonen, wo sie sich austauschen und auch mal Neues ausprobieren können. Das Team leistet hier einen enorm wichtigen Beitrag und das schon sehr lange.‘
Die Bedeutung der Mobilen Jugendarbeit
Mobile Jugendarbeit bedeutet, dass Jugendarbeiter*innen nicht nur in den festen Räumlichkeiten der Jugendzentren arbeiten, sondern auch draußen, im öffentlichen Raum. Sie suchen aktiv den Kontakt zu den Jugendlichen, um sie dort abzuholen, wo sie sich aufhalten. Diese Form der Arbeit ist besonders niederschwellig und erreicht auch jene Jugendlichen, die sonst vielleicht keine Unterstützung in Anspruch nehmen würden.
BoS16/17 hat sich auf die Fahnen geschrieben, junge Menschen auf ihrem Weg zur Selbstentdeckung zu begleiten. Leiter ‚Shino‘ erklärt: ‚Wir begleiten junge Menschen auf dem Weg sich selbst zu entdecken. Das gelingt aber nur ohne erhobenen Zeigefinger und durch Begegnung und Verständnis auf Augenhöhe. Genau das ist seit 30 Jahren das Herzstück unserer Arbeit.‘
Ein Blick in die Zukunft
Die Zukunft der Mobilen Jugendarbeit sieht vielversprechend aus. Mit dem Fokus auf digitale Medienbildung und der Förderung von Medienkompetenz steht BoS16/17 an vorderster Front, um Jugendliche fit für die digitale Welt zu machen. Partizipative Filmprojekte und Workshops im Bereich der Medienbildung sind nur einige der Angebote, die jungen Menschen helfen, sich in einer zunehmend digitalen Welt zurechtzufinden.
Im Rahmen des Jugendparlaments ‚Word Up! 17‘ können Schüler*innen ihre Ideen für den Bezirk einbringen und aktiv das Lebensumfeld mitgestalten. Diese Form der Mitbestimmung zeigt, dass die Jugendlichen ernst genommen werden und ihre Meinung zählt.
Experten sind sich einig, dass die Bedeutung solcher Einrichtungen in Zukunft noch zunehmen wird. Dr. Maria Bauer, Soziologin an der Universität Wien, betont: ‚In einer Zeit, in der die sozialen Herausforderungen immer größer werden, sind Einrichtungen wie BoS16/17 unverzichtbar. Sie bieten nicht nur Unterstützung und Orientierung, sondern auch die Möglichkeit, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.‘
Fazit
Das 30-jährige Jubiläum von ‚Back on Stage 16/17‘ zeigt eindrucksvoll, wie wichtig und erfolgreich die Mobile Jugendarbeit in Wien ist. Mit einem breiten Angebot, das auf die Bedürfnisse der Jugendlichen abgestimmt ist, und einem engagierten Team, das immer ein offenes Ohr hat, ist BoS16/17 ein Leuchtturmprojekt, das weit über die Grenzen Wiens hinausstrahlt. Die Zukunft sieht vielversprechend aus, und wir können gespannt sein, welche neuen Projekte und Ideen in den kommenden Jahren entstehen werden.