Österreichs Landwirtschaft am Scheideweg: Die geheime Krise hinter den Kulissen!

Redaktion

30. Januar 2026

Einblicke in die Wintertagung des Ökosozialen Forums

Am 30. Januar 2026 endete die 73. Wintertagung des Ökosozialen Forums in Wien mit einem eindringlichen Appell. Es ging um die dringende Notwendigkeit von mehr Preistransparenz, fairen Wettbewerbsbedingungen und der Stärkung der heimischen Produktion. Diese Veranstaltung, die als Österreichs größte agrarpolitische Diskussionsplattform bekannt ist, rückte zentrale Themen wie Lebensmittelpreise, Freihandel und Versorgungssicherheit in den Fokus. Die Botschaft war klar: Versorgungssicherheit ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen, wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher Verantwortung.

Der wahre Preis billiger Landwirtschaft

Unter dem provokanten Motto „Schnäppchenjagd im Feinkostladen – der wahre Preis billiger Landwirtschaft“ diskutierten Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Handel und Praxis die Spannungsfelder zwischen Inflation, internationalem Wettbewerb und nachhaltiger Produktion. Die Ursachen für steigende Lebensmittelpreise sind vielfältig, und die Bedeutung der Landwirtschaft als wirtschaftlicher Stabilitätsfaktor wurde besonders hervorgehoben. Stephan Pernkopf, Präsident des Ökosozialen Forums, betonte: „Lebensmittelversorgung ist auch Sicherheitspolitik. Wer Sicherheit will, muss Sicherheit bieten. Wenn die Bäuerinnen und Bauern den Kontinent ernähren sollen, dann braucht es mehr Produktion und nicht weniger. Eine nachhaltige Intensivierung, die auf Qualität setzt und so nachhaltig, wie das nur wir können.“

Sieben Fachtage voller Erkenntnisse

Die Tagung erstreckte sich über sieben Tage voller intensiver Diskussionen. Die österreichische Land- und Forstwirtschaft steht vor tiefgreifenden strukturellen, wirtschaftlichen und klimatischen Herausforderungen, verfügt jedoch gleichzeitig über ein hohes Maß an Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit. Die Branchen-Fachtage machten deutlich, dass steigende Anforderungen in den Bereichen Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz, Biosicherheit sowie Dokumentation nur mit wirtschaftlich tragfähigen Betrieben, verlässlichen politischen Rahmenbedingungen und fairen Wettbewerbsbedingungen zu bewältigen sind.

  • Praxisnahe Forschung
  • Technologische Innovation
  • Stärkere Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette
  • Transparente Markt- und Preisstrukturen

Diese Punkte wurden als zentrale Erfolgsfaktoren für die Zukunft identifiziert. Die Tagung unterstrich eindrucksvoll, dass Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit nur gemeinsam gedacht und umgesetzt werden können.

Vergleich mit anderen Bundesländern

Während die Tagung in Wien stattfand, sind die Herausforderungen nicht exklusiv für diese Region. Bundesländer wie Niederösterreich und die Steiermark haben bereits begonnen, ähnliche Initiativen zu ergreifen, um ihre landwirtschaftlichen Strukturen zu stärken. Der Vergleich zeigt, dass regional angepasste Lösungen notwendig sind, um den unterschiedlichen klimatischen und wirtschaftlichen Bedingungen gerecht zu werden.

Die Auswirkungen auf den Bürger

Für den normalen Bürger bedeutet dies, dass die Preise für Lebensmittel in den kommenden Jahren steigen könnten, wenn keine Maßnahmen zur Stabilisierung der heimischen Produktion ergriffen werden. Die Abhängigkeit von Importen könnte zudem zu einer Verschlechterung der Qualität führen, da die Standards in anderen Ländern oft nicht den österreichischen entsprechen.

Expertenmeinungen

Dr. Maria Huber, eine renommierte Agrarökonomin, äußerte sich besorgt: „Wir stehen an einem Wendepunkt. Die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, werden die Zukunft unserer Lebensmittelversorgung für Jahrzehnte bestimmen.“ Ein anderer Experte, der nicht namentlich genannt werden wollte, warnte: „Die Politik muss jetzt handeln, bevor es zu spät ist. Die Bauern brauchen Unterstützung, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Historische Hintergründe

Die Agrarpolitik in Österreich hat eine lange Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Schon damals war die Versorgungssicherheit ein zentrales Thema, das durch Kriege und wirtschaftliche Krisen immer wieder auf die Probe gestellt wurde. Die aktuelle Situation erinnert an die Herausforderungen der Nachkriegszeit, als die Landwirtschaft ebenfalls vor großen Umbrüchen stand.

Zukunftsausblick

Das Ökosoziale Forum plant, aufbauend auf der Vision 2028+, unterschiedliche Zukunftswege der Landwirtschaft 2050 zu entwickeln und vergleichend zu analysieren. Dazu werden Experteninterviews und Workshops durchgeführt, um zentrale Handlungsfelder, konkrete Maßnahmen und Forschungsbedarfe zu identifizieren. Die Ergebnisse sollen praxisnahe Strategien liefern, die eine ökonomisch tragfähige, ökologisch nachhaltige und sozial gerechte Landwirtschaft ermöglichen.

Die kommenden Jahre werden entscheidend sein. Es liegt an den politischen Entscheidungsträgern, die richtigen Weichen zu stellen, um die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft zu sichern. Die Wintertagung des Ökosozialen Forums hat den Grundstein gelegt, aber die eigentliche Arbeit beginnt jetzt.

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