Spektakuläre Kunst-Premieren in Niederösterreich: Die geheimnisvolle Welt der Schrift

Redaktion

22. Mai 2026

Ein Kunstspektakel der Extraklasse in Krems

Am 23. Mai 2026 öffnet die Landesgalerie Niederösterreich ihre Tore für zwei einzigartige Ausstellungen, die Kunstliebhaber aus aller Welt in ihren Bann ziehen werden. Mit der weltweit gefeierten Rauminstallation „Written Room“ von Parastou Forouhar und der Ausstellung „Greta Schödl. Spuren meines Lebens“ präsentiert die Galerie zwei Künstlerinnen, deren Werke die Grenzen zwischen Schrift, Sprache und Kunst sprengen.

Greta Schödl: Ein Leben für die visuelle Poesie

Greta Schödl, geboren 1929 in Hollabrunn, Niederösterreich, ist eine der führenden Vertreterinnen der „Visuellen Poesie“. Diese Kunstform bewegt sich an der Schnittstelle von Literatur und bildender Kunst. Lange Zeit blieb Schödls Werk in Österreich weitgehend unbeachtet, doch seit ihrer Teilnahme an der Biennale von Venedig 2024 erfährt sie verstärkte Aufmerksamkeit. Nun zeigt die Landesgalerie Niederösterreich ihre erste umfassende Museumsausstellung im Heimatland.

Die Ausstellung umfasst rund 200 Werke, darunter Zeichnungen, Malereien, Skulpturen und Performancefotografien. „Greta Schödl zählt zu den stillen, zugleich außergewöhnlich eigenständigen Positionen der europäischen Nachkriegskunst“, betont Gerda Ridler, die künstlerische Direktorin der Landesgalerie Niederösterreich.

Die Magie der Schrift und des Bildes

In Schödls Arbeiten verschmelzen Schrift und Bild zu rhythmischen, meditativen Strukturen. „Schödls Arbeiten bewegen sich konsequent zwischen Lesen und Sehen“, erklärt Kurator Berthold Ecker. Die Künstlerin verwendet verschiedenste Trägermaterialien, von Papier über Pergament bis hin zu Stein, und verleiht ihren Werken durch den Einsatz von Blattgold eine vibrierende Leuchtkraft.

Die Ausstellung zeigt zentrale Werkgruppen wie die „Traumbilder“ und die „Fantasmi“, in denen Schödl innere Erfahrungswerte in visuelle Formen übersetzt. In den sogenannten asemischen Schriften, die keine lesbare Sprache darstellen, entwickelt sie Zeichen, die zwischen Schreiben und Zeichnen oszillieren.

Parastou Forouhar: Die Kraft der ornamentalen Sprache

Zum ersten Mal in Österreich präsentiert die Landesgalerie die beeindruckende Rauminstallation „Written Room“ der iranisch-deutschen Künstlerin Parastou Forouhar. Geboren 1962 in Teheran, zählt Forouhar zu den wichtigen Stimmen der internationalen Gegenwartskunst.

„Written Room“ verwandelt den Ausstellungsraum in ein Meer aus persischen Schriftzeichen, die über Boden und Wände fließen. Die Kalligrafie verliert hier ihre gewohnte Funktion und wird zu einem ornamentalen Gefüge. „Forouhar gelingt es, Fragen von Erinnerung, Identität und Zugehörigkeit mit großer ästhetischer Kraft zu verhandeln“, sagt Gerda Ridler.

Fremdheit und Verführung: Ein Spiel der Sinne

Die Installation von Forouhar bewegt sich zwischen Fremdheit und Verführung. Die Schriftzeichen ergeben keine lesbaren Worte, sondern erzeugen Schwingungen und Rhythmen, die an die Stelle sprachlicher Information treten. „Fremdheit wird nicht ausgeblendet, sondern ästhetisch transformiert und verliert damit ihre Bedrohlichkeit“, erklärt die Künstlerin.

In „Written Room“ spiegeln sich persönliche Erfahrungen von Migration, Sprachverlust und kultureller Entfremdung wider. Forouhar erschafft einen Ort, der über sprachliche Grenzen hinaus neue Formen der Wahrnehmung eröffnet und eine Einladung zur übersprachlichen Verständigung darstellt.

Ein Blick in die Zukunft der Kunst

Die Ausstellungen in der Landesgalerie Niederösterreich sind nicht nur ein Highlight für Kunstliebhaber, sondern auch ein bedeutender Beitrag zur Diskussion über die Rolle von Schrift und Sprache in der zeitgenössischen Kunst. Sie laden dazu ein, über die Bedeutung von Identität und Zugehörigkeit in einer globalisierten Welt nachzudenken.

Die Ausstellung „Greta Schödl. Spuren meines Lebens“ läuft vom 23. Mai bis 8. November 2026, während „Parastou Forouhar. Written Room“ bis zum 10. Januar 2027 zu sehen ist. Beide Ausstellungen versprechen, die Besucher auf eine sinnliche und intellektuelle Reise mitzunehmen, die lange nach dem Besuch nachwirkt.

Expertenmeinungen und gesellschaftliche Relevanz

„Diese Ausstellungen sind ein Muss für jeden, der sich für die Schnittstellen von Kunst, Sprache und Gesellschaft interessiert“, meint Dr. Anna Müller, Kunsthistorikerin an der Universität Wien. „Sie bieten nicht nur ästhetischen Genuss, sondern auch eine tiefgehende Reflexion über aktuelle gesellschaftliche Themen.“

Für die Bewohner von Niederösterreich und Besucher aus ganz Österreich bieten die Ausstellungen in Krems eine seltene Gelegenheit, Kunst von internationalem Rang hautnah zu erleben. Sie tragen zur kulturellen Bereicherung der Region bei und stärken das Profil der Landesgalerie als bedeutende Institution im österreichischen Kunstbetrieb.

Fazit: Ein kulturelles Ereignis von nationaler Bedeutung

Die Österreichpremieren in der Landesgalerie Niederösterreich sind mehr als nur Ausstellungen – sie sind ein kulturelles Ereignis von nationaler Bedeutung. Sie setzen neue Maßstäbe in der Präsentation zeitgenössischer Kunst und laden dazu ein, die Welt der Schrift und des Bildes neu zu entdecken.

Besucher können sich auf ein unvergessliches Kunsterlebnis freuen, das sie nicht nur visuell, sondern auch emotional und intellektuell bereichern wird. Die Landesgalerie Niederösterreich hat mit diesen Ausstellungen einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Kunst und Kultur in Österreich geleistet.

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