Die dramatische Lage der österreichischen Shoppingcenter
Am 1. Juli 2026 schlug der Handelsverband Alarm: Die steigenden Standortkosten machen dem stationären Handel in Österreich schwer zu schaffen. Der aktuelle Shoppingcenter Performance Report Österreich 2026, präsentiert vom Handelsimmobilienspezialisten ecostra, zeigt die alarmierenden Zahlen und Fakten, die vielen Händlern den Schlaf rauben.
Hohe Kosten, geringe Umsätze
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den stationären Handel bleiben herausfordernd. Dies liegt in erster Linie an den hohen Standortkosten, insbesondere den Mieten, die in den letzten Jahren erheblich gestiegen sind. Die Umsätze jedoch konnten vielerorts nicht mithalten. Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, erklärte: „Die steigenden Miet- und Nebenkosten sind das Thema Nr. 1 bei Shop-Betreibern. Wenn die Standortkosten dauerhaft stärker steigen als die Umsätze, schmälert das den Spielraum für Investitionen und Expansion.“
Mietkosten als größte Herausforderung
Laut dem Report bleiben steigende Mietkosten durch Indexmieten die größte Herausforderung für die Handelsunternehmen. Auf einer Skala von 1 bis 5 bewerten diese die Mietkosten mit 1,40, gefolgt von gestiegenen Mietnebenkosten mit 1,76. Konsumzurückhaltung und die Verpflichtung zur Einhaltung von Kernöffnungszeiten in Shoppingzentren, selbst zu frequenzarmen Zeiten, sind weitere Belastungen.
Vergleich mit anderen Bundesländern
Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass auch andere österreichische Bundesländer mit ähnlichen Problemen kämpfen. In Wien sind die Mietkosten aufgrund der hohen Nachfrage nach innerstädtischen Standorten besonders hoch, während in ländlichen Gebieten die Konsumzurückhaltung noch stärker spürbar ist.
Historische Hintergründe
Die Problematik der hohen Mieten ist nicht neu. Bereits in den 1990er Jahren begannen die Mieten in den beliebten Einkaufsstraßen zu steigen, als internationale Ketten auf den österreichischen Markt drängten. Diese Entwicklung hat sich in den letzten Jahrzehnten verstärkt, da der Onlinehandel den stationären Handel zusätzlich unter Druck setzt.
Konkrete Auswirkungen auf die Bürger
Die hohen Standortkosten haben direkte Auswirkungen auf die Konsumenten. Händler sind gezwungen, die Preise für ihre Produkte zu erhöhen, um die steigenden Kosten zu decken. Dies führt zu einer geringeren Kaufkraft der Bürger, was wiederum die Umsätze der Händler schmälert – ein Teufelskreis.
Expertenzitate
Dr. Joachim Will, Geschäftsführer von ecostra, betont: „Die markanteste Veränderung ist die weitere Verschlechterung der Wirtschaftlichkeit vieler Standorte. Während die Kosten weiter steigen, verliert die Expansion der Filialisten wieder an Dynamik.“
Politische Zusammenhänge und Abhängigkeiten
Die Einführung eines gesetzlichen Rahmens zur Indexierung der Mieten in gewerblichen Mietverträgen wird von fast zwei Drittel der Befragten befürwortet. Dies zeigt, dass die Politik gefordert ist, um die Rahmenbedingungen für den stationären Handel zu verbessern.
Forderungen der Händler
- Einführung flexiblerer Mietmodelle
- Stärkere Unterstützung durch das Centermanagement bei Frequenzanalysen
- Frequenzsteigernde Maßnahmen
Rainer Will betont: „Gute Erreichbarkeit, ein attraktiver Branchenmix und partnerschaftliche Mietmodelle werden zunehmend zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren. Davon profitieren Händler, Betreiber und letztlich auch die Konsumentinnen und Konsumenten.“
Ein Blick in die Zukunft
Die Zukunft des stationären Handels in Österreich ist ungewiss. Sollten die Mietkosten weiterhin in diesem Tempo steigen, könnten viele Händler gezwungen sein, ihre Geschäfte zu schließen. Dies hätte nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Auswirkungen, da Arbeitsplätze verloren gehen würden.
Fiktive Expertenmeinung
Ein fiktiver Wirtschaftsexperte, Dr. Markus Leitner, prognostiziert: „Ohne eine rasche politische Intervention könnte der stationäre Handel in den nächsten fünf Jahren um bis zu 20 % schrumpfen. Die Folge wäre eine Verödung der Innenstädte und ein Verlust der Einzelhandelsvielfalt.“
Fazit
Der Shoppingcenter Performance Report Österreich 2026 ist ein Weckruf für die gesamte Branche. Die Händler stehen vor großen Herausforderungen, die nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Immobilienwirtschaft und Handel gemeistert werden können. Das Handelsflächenforum 2026 wird ein wichtiger Meilenstein sein, um Lösungen zu erarbeiten und die besten Handelsstandorte Österreichs auszuzeichnen.
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